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Viele berühmte Leute hatten Geld oder halt Geldprobleme, genau wie
heute:
Viele berühmte Denker hatten ernsthafte Geldprobleme - viele ein Leben lang,
weil sie nicht mit Geld haushalten konnten. Karl Marx etwa verprasste in seiner
Studienzeit schon das Geld seines Vaters. Später musste Engels aushelfen, selbst
Erbschaften zerronnen ihm zwischen den Fingern. Obwohl Mozart seinerzeit
durchaus viel verdiente, verlor er im Spiel einen Großteil davon. Zur Bank hat
er nie Geld gebracht.
Balzac verkalkulierte sich beim Hausbau, dessen Umbau das Dreifache der
veranschlagten Kosten benötigte. Rembrandt ging es ähnlich mit einem zu teuren
Haus, neben seiner Sammelleidenschaft für Waffen, Teppiche etc. und schlechter
Geschäftsführung die Gründe für seinen Konkurs, in dessen Zuge alle seine
Sammlungen unter den Hammer kamen, aber die Schulden nicht tilgten. Und das,
obwohl Rembrandt sehr gut verdiente.
Schiller machte sich zeitlebens große Sorgen um seine 5-köpfige Familie, da er
die Hypotheken auf seinem Haus kaum zahlen konnte. Er wagte sogar, eine
Verdopplung seiner Bezüge vom Herzog zu fordern, um auszukommen. die Ehefrau von
E.T.A. Hoffmann musste dessen Erbe ausschlagen, da es nur aus Schulden bestand;
der Dichter und Jurist vertrank alles.
Goethe wiederum war ein geschickter Geschäftsmann, der zeitlebens seine Werke
verkaufte, ohne dass der Verlag das Manuskript vorher lesen durfte. Sein
politischer Einfluss bescherte ihm gute Einkünfte, Wohlstand und ein verlängertes
Urheberrecht. Goethe war durchaus reich, denn "Spare immer zwei, drei Goldstücke
dazu, du wirst Wunder sehen." Shakespeare legte sein Erspartes in Ackerland an,
dass er erfolgreich verpachtete.
Voltaire kam durch Spiel und Spekulation zu Reichtum. Er verdiente mit einer
Aktienanlage das Dreifache des Einstzes und konnte mit einem befreundeten Mathematiker eine
falsch berechnete Lotterie ausnutzen, da der Käufer aller Lose einen Gewinn
einstecken konnte. Er kaufte mit Freunden, Darlehen und einer Erbschaft fast die
gesamten Lose und erzielte 500.000 Livres. Das Geld reinvestierte er in
Reedereien und Renten, d. h. er vergab Darlehen gegen hohe Zinsen, die er immer
einzutreiben verstand. Er hatte nicht einmal Skrupel, eine Rechnung an Friedrich den Großen
zu senden.
Claude Monet war mit seiner brotlosen Kunst, die zunächst auch
niemand kaufen wollte, mittellos. Er bettelte unverhohlen seine Freunde und
Galeristen an. In den 1890ern war er dann der seinerzeit teuerste Maler der
Welt.
Edgar Degas kam aus einer reichen Bankiersfamilie. Erst eine wilde
Spekulation seines Bruders zwang ihn, für diesen die Schulden zu übernehmen, was
ihn sämtliches Hab und Gut der Familie kostete. Erst viel später machten ihn
seine Gemälde wieder wohlhabend.
Mark Twain verdiente als Schriftsteller gut, war aber von Erfindungen und
Spekulation angezogen. Er steckte als früher "Venture-Capitalist" viel in
neue Maschinen, in eine allein 200.000 Dollar, und einer seiner besten Freunde
war das Technik-Genie Nicola Tesla. Dessen Konkurrent Thomas Alva Edison war
allerdings wohlhabend, trotz hoher Forschungskkosten. Und Alfred Nobel wurde mit
Erfindungen sogar sehr reich.
Winston Churchill wurde als Buchautor einer der reichsten Männer Englands und
musste zeitweise 92 % Steuern zahlen. Damit lag er nur kurz hinter Astrid
Lindgren, die einmal für ein Buchhonorar 102 % Steuern zahlen sollte, so dass
sie sich gezwungen sah, das Honorar zu stiften.
Fritz Kreisler, ein gefeierter Geigenvirtuose seiner Zeit, war
Spekulant mit Leidenschaft. Dies konnte er sich aber nur deshalb leisten, weil
der die Verluste des Vormittags abend wieder einspielte.
Fazit: Es war schon immer so wie heute.
Buchempfehlung: Gerhard Prause, Genies ganz privat.
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